Sonntag, April 19, 2009

Frankie Beverly

und dabei dachte ich gerade an Katrin . schlimm...

jedenfalls kann ich das nur empfehlen sich gerade als Playlist bei youtube zu hören. wirklich schöne sache.

Montag, März 02, 2009

Über Wahnsinn und Realität.

Einst hat mich ein Mädchen dazu gebracht mich zu fragen was Realität ist. Viele wissen, dass ich mir derlei Fragen oft stelle und auch zu diesem Zeitpunkt schon oft gestellt hatte. Doch besonders - ja was war besonderes an dieser Begebenheit? Besonders war, das diese Zeit für mich so herzlich war und gleichsam so anders als alles vorherige. Das Mädchen redete gar nicht mit mir, ich schnappte es also nur auf. und sie sagte:

"Du weißt, das hier ist nicht die Realität". Was, wenn nicht das, habe ich mich gefragt. Real. Was ist real. nebst einer Supermarktkette verstehe ich darunter jenes, was nicht geträumt ist. Also der Teil meiner Reize, die mehr oder weniger direkt auf mich einwirken. Doch wo ist die Grenze zum Traum? Alles was ich träume rührt von Begebenheiten der Tage her. Ist also mein Traum Realität? Für mich auf jeden Fall, denn alles was ist, ist real, denn es ist. und was nicht ist, das ist nicht real. Fragt sich nur, ob das was ist auch für andere ist, oder ob dinge die für einen sind und für andere nicht, dann nicht real sind.

Aber es gibt so vieles, das für andere nicht ist. Unter anderen so gut wie all unsere gesellschaftlichen Normen. Diese sind für Menschen aus Südspanien z.T. nicht, denn/doch/und sie haben andere. Ist also eine Norm, die ein Gedanke ist, Realität? Ich bin mir recht sicher, dass es keines gibt, das für alle ist. Immerhin führt mich der Gedanke auch dorthin zurück, dass ja alles was von außen kommt und alles was von innen rührt irgendwie über nerven und Sinne Wahrgenommen wird. Also wird alles interpretiert und weil - mögen wir uns einmal darauf einigen, das die Anderen um uns nicht nur Gebilde unserer Einbildung sind - jeder andere alles anders wahrnimmt und (demnach) interpretiert, gibt es nichts und gar nichts was fest ist. Es sind ja auch immer andere Zellen, die sich mit Dingen gedanklich auseinandersetzen.

Also ist alles oder nichts real? Doch alles oder nichts heißt, das es nichts von beiden ist. denn es gibt ja bekanntlich nicht nur schwarz und weiß. Aber selbst wenn wir diesen Grundsatz "mehr als schwarz und Weiß"

einmal voll ernst nehmen, heißt es auch, das dieser Grundsatz weder richtig noch falsch ist und dann kann auch alles nicht real oder umgekehrt sein. Ist doch logisch, oder nicht?

Samstag, Februar 28, 2009

sunseed









eigentlich braucht man unendlich viele Worte um all die Bilder zu beschreiben und man brauch noch viel viel mehr, um eine Ahnung zu bekommen, was da abgelaufen is.
Ich vermisses jedenfalls schon sehr ...


mit bundstiften im haar kurz nach dem neuen Schnitt in der küche mit vielen lustigen Momenten.
sowieso liebe ich die kueche. Das is so dreckig da und die Ratten laufen ueber alles drueber und wohnen des Tags im ofen.
schrecklich oder?
EBEND nicht!





Das isn bild von unserem Picknick auf dem Hauptplatz in der nächst größeren Stadt.

Sind einfach mit viel heißer Suppe und Tee sammt Manager da hin und haben da mittag gegessen.

Der Typ mit der Brille unten is der Manager im übrigen.

nett oder?










Sonntag, Dezember 14, 2008

Mittwoch, Oktober 15, 2008

ein resüme

Die Zeit rennt davon und ich kann sie nicht wie meinen Bleistift anspitzen. Aber auch den kann ich nicht anspitzen, weil ich meinen Spitzer, der einen roten Wecker darstellt, verlegt habe.
naja jedenfalls möchte man ja meinen, das man den in einem 3 Zimmerhaus schon wiederfinden sollte, aber I've got the clue...nein doch nich. Er war nicht im schön sauber eingerichteten souvenierladen. Aber dafür fand ich da, zu meinem erschrecken, obwohlich mich ja sonst über derlei besonderheiten sehr freue, einen Bauchhohen Berg mit Brot. Ein kurzer aufschrei vergewisserte mir, dass ich nicht träumte. ICh suchte mir das beste stück raus und ging wieder. Aber ganz ehrlich ich habe da 2 Tage drinnen Aufgeräumt und nun das!
Der Berliner in mir meinte :Did muss do jetz ne seien Brotberg Apfelkisten und Möhrensäcke. und alles im Laden ...
Dazu kommt, das ich Äpfel mitlerweile nicht mehr sehen kann, weil wir vor einer Woche eine "Spende", eher Großlieferung von Äpfeln bekommen haben. Unser ganzes Lager ist voll und richt nach Reifungsgasen dieser Rosaceae-früchten. Malus domestica. Feine sche, aber sobald die in massen da sind, hab ich aversionen.
Jedenfalls habe ich heute Postbekommen und ich freue mich recht verhalten. also ich freue mich natürlich, auch wenns nur sehr liebe grüße sind. Hach ja die Welt ist ein rosa Blumen strauß und ich nehm mir eine Rose raus und sekunden später merke ich es war - sagen wir mal - eine Zimmermannssäge, oder ein Löffel, mit dem di Brotschneiden willst.
Macht ja nichts, auch das geht vorbei.
Morgen also ist mein letzter Tag hier. Dann endlich keine Ratten mehr und keine von diesen begriffsstutzigen Fliegen. Keine Komischen Ernusflipps den Bärenfütternden Kroaten. Und überhaupt: keine Kroaten und keine Bären.
Seltsam, das wir wegen denen hier sind und doch nichts mit ihnen wirklich am hut haben, so außer füttern.
Die Hauptaufgabe der Freiwilligen, gerade zur Stoßzeit, ist es die Touristen mit dem ganzen Infoshit zu füttern. Denn aus deren Sicht bleibt von der 0 8 15 Tieratraktion meißt höchstens eine Tierschutzprojekt Erinnerung. Doch wie schafft man den spargat zwischen Sensation und Naturschutz? Die Lebensweise der Touristen kommen als Hauptursache noch dazu. Vermitteln ohne zzu verurteilen.Wieder ein altbekanntes Problem. "Die meisten Bären sterben durch Autos. Welche Marke fahren Sie?"

Aber mensch. Hand aufs herz. Die Zeit hier ist von mehr geprägt, als von diesen 3000 Menschen mit denen man mehr oder weniger die selben gespräche geführt hat. Obwohl, es gab doch immer mal wieder eine Besonterheit. Ich erinnere mich an den Gymnasiallehrer aus Bayern, der zusammen mit seiner in einer Hochschuler dozierenden Frau für eine Nacht im Wohnmobil geblieben sind. Ich hatte sie herumgeführt, als Andreas gerade Kotzkrank im Bett lag. Sie haben mir viel vom Werden der Naturschutzbewegung und der Besserung der Welt erzählt. Davon was sich in ihrem Leben alles schon geändert hat, davon, dass schon so manche Menschen wegen ihrer Ideen, Wünsche und Vorstellungen für bescheuert gehalten wurden und später sehr berühmt.
Und ich erinnere mich an die vier Israelis, die kurz vor Anbruch der Dunkelheit angekommen sind. Wir haben sie zum Abendessen eingeladen. Seltsam, das in eine so kleine Küche so viele Leute Platzfinden, wenn alle anderen Räume nahezu Raureif auf den Möbeln haben. Sie blieben für diese Nacht und am nächsten Morgen hatten wir eines der köstlichsten Brote gebacken und waren entschlossen so früh wie möglich alle zusammen wandern zu gehen. Dafür mussten wir zunächst mit dem Mietaut von dem Paar (eine Biotechnologin und ein Tüp, der wie ein Freund von mir aussieht)zur Naturschutzstation ins nächste Dorf fahren. ein VW polo. und ja! es passen 6 Erwachsene Menschen hinein. Und ja! auch wenn jeder einen Rucksack für eine 2Tageswanderung mitnimmt. Wie? na ganz klar: 2 vorne und 4 auf der Rückbank. Anschnallen? macht hier sowieso niemand. Dumm nur, das auf halber Strecke plötzlich die Teerstraße einer Sandstraße weicht, und das erstens vor uns ein Sandhaufen von etwa Kniehöhe liegt und noch ein wenig seltsamer wirds dann, wenn auf der ganzen Breite ein Straßen-bau-fahrzeug dir entgegenkriecht. Was nun? alle raus einer fährt irgendwie um alles herum und am ende der Baustelle dann wieder alle rein. Ob die zwei ihre Kaution wiederbekommen haben?
Dann sind wir auf einen Berg gestigen. eiskalter Wind zieht über hebstlich bunten Laubmischwalld. Auf dem Gipfel erscheint die Kapelle, von der wir starteten wie eine kleine Hundehütte und vor uns liegt das Mitelmeer. Wolken ziehen rasent an uns vorbei und der schmale Berggrat ist felsig und von Krüppel-latschen-kiefern umsäumt.herrlich!
Weiter geht es 16 km bis zur anderen Seite des Gebirges. unterwegs splittet sich die Gruppe und wir müssen OR und Amit verabschieden. Wieder eine dieser Verabschidungen die ich schon vergessen habe, während ich sie in den Arm nehme. Mit Tami und Aner laufen wir den schmalen Bergpass durch Herbswald, KalkFels mit Rinnenkarren und weiten Steppenlandschaften. Wir winden viele Bärenspuren,begegnen Vögel(ohwiebesonders)und einigen nihct genauer identifizierten Berggemsenähnlichen Ziegentieren. Erreichen Rosas Hütte, einer Notunterkunft dierekt unterhalb eines Gipfels von dem man in ein so herliches Tal blicken kann, das man sich amliebsten hineinschmeißen möchte um in dieser Vollkommenden Schönheit zu schwimmen. Hier sscheinen die Einwirkungen des Menschen nahezu nie angekommen zu sein. Es gibt ebend doch bereiche, in denen Forstwirtschaft nicht möglich ist. Abends erreichen wir Alan und eine kleine Berghütte in der es nur Gas-brenner-licht und einen Ofen gibt. Wir schlafen alle sehr gut und machen uns am frühen morgen auf den Weg hinab zur Küste. langsam und in weiten Schlaufen zeiht sich die Straße durch die Buschlandschaft, in der immer wieder vereintzelt Häuser oder versprengte Ruinen stehen. Wie der geruch von Lagerfeuer in der alten Kleidung schleichen sich die Gedanken an Bürgerkrieg sich hier in die Erinnerung. nach 8 Stunden nähert sich uns ein schwarzes Fahrzeug. Ein Pressemensch nimmt uns mit in die nächste große stadt, Senj. von dort aus fahren wir mit dem Zug bis in jenes Nachbardorf, von dem aus wir gestartet sind. ICh lasse meine 3 Kekspackungen und meine Jacke im Bus. Dabei gehört mir die noch nicht mal, sonder Ivan, unserem "Scheff". Wir laufen wieter die Straße antlang und halten einen Kleinbuss mit Waltarbeitern an. Die Seitentür schiebt sich auf und unser Nachbar grinst uns an. Alle Sitze sind belegt, es richt streng nach Benzin und Harz - wir sitzen irgendwie im Gang zwischen den Sitzen. Nach einer kurzen Zeit halten wir an. Der Fahrer steigt aus und nach und nach drängen sich auch alle Waldarbeiter hinaus. Wir gehen auch und siehe da. Diese Stelle kennen wir doch schon. Letztes Mal war hier noch eine große Sandkist. Der Asphalt dampft noch und klept unter den SChuhen. Mein nachbar winkt mich zum Bus. Mui hm hm. sagt er und zeigt mit seinen zwei fingern eine laufende Hand. Also gut, dann ebend mit den Besoffenen KettensägenDorfies quer durch den Wald zurück nach hause. Diesen Teil unseres Dorfes, es muss der nördlichste Zipfel sein, ghaben wir zuvor nie gesehen und er ist so sehr schön. Gerade wenn hinter uns die Abendsonne durch das gelb-rot-grüne Eichen und Ahornlaub fällt. Als wir ankommen steigt schon Nebel aus den Dolinen Auf und die Temperatur fällt erneut schlagartig unter die 10° Marke.
Tami und Anel bleiben noch eine Nacht. Volkornbrod und süßesWeißes. Neinti neinzisch lufdbalones Sagt sie und wir versuchen 3h lang verschiedene Leidfetzen zu singen. Früh, als der SChleier der Nacht noch zwischen den Häusern hing, sind wir zur "Bushaltestelle" um sie zu verabschieden. Doch es ist Feiertag und natürlich fährt Ivan sie in die nächste Stadt, auch wenn es erst gegen halb 8 ist, und er noch nicht, oder nur schnaps gefrühstückt hat.

ICh bin Froh hier gewesen zu sein, auch wenn meine Spuren hier wohl schon im nächsten Jahr wieder verwischt sein werden. Doch seit 3 Tagen bin ich sehr schlim gelaunt. Bin mir selbst nicht erträglich. zusammenreißen? Schwehr fällt es mir. Sind doch alle meine Gedanken schon angespannt bei jenem Wochenende, für das ich mich übermorgen vorerst auf einen Bussitz setze.
Ich werde es nicht vergessen, was ich hier sah oder vieleicht schon viel schneller vergessen haben, als jene Verabschidungen die mir in den nächsten Tagen bevorstehen.

in eineinhalb Stunden beginnt mein letzter Arbeitstag. Ich hasse letzte Tage und ich liebe den ersten danach!

liebe Grüße
Johan

Montag, Oktober 13, 2008

Freitag, September 26, 2008

Wie Ein Waschbär

Schön heute den ganzen Tag lang nicht einmal versucht irgend etwas zu machen. Einfach nur die große schwarze Tuppe geholt und 120 Liter Wasser gekocht. Dann eins fix drei alles an Klamotten in die Tuppe und denne das Wasser drauf. und nachdem die Temp von 90 runter auf angenehme 40 war, bin ich selbst rein. Mit anderen Worten: heute ist Waschtag. So mal so richtig Sauber und wohlriechend. Naja wurds nich ganz, aber aushaltbar angenehm jetzt. Immerhin hatten sich meine Klamotten und ich die letzten 2 Wochen nicht gewaschen. Ich meine - sicherlich ist das ekelhaft, aber wenns draußen 8° sind und die Dusche aus Regenwasser-zisterne besteht, also auch zarte 5-6° hat, dann is man da nich so und stinkt halt.
So und außerdem stinken die Bären viel mehr. Gestern nacht aber hab ichs einfach auch selbst nicht mehr ausgehalten und es war kla: Wasch-Küche!!
Dabei sind sicher 2 Raummeter verbrant worden, wenns nich sogar Festmeter waren. Und Fakt ist auch: so dreckig war ich noch nie. Geil!

Jetzt gerade schlürf ich einen Wallnußschnaps. Herliche Sache. Ich bin ganz stolz auf mich, denn seit 3 Nächten war ich nicht mehr betrunken. Man kommt hier aber auch so recht in versuchung. Seit dem aber Andreas krank ist und er sein Pest-Quarantäne-Lager in unserem Schlafzimmer hat, in dem auch der Kleiderschrank voll schnaps steht, isses leichter nüchtern zu bleiben.
Aber seit 2 Abenden habe ich lust mir mal ne Tasse Honigschnaps heiß zu machen...
Auf jeden!

Und sonst so?
Es ist hier definitiv eine komische Gegend und vA ein sehr seltsames schönes aber doch wahnsinnig schmerzhaftes Gefühl, was ich hier habe. Am Rande vom Velebit Nationalpark, von dem man aus dem Tal heraus nur einen dichten Wald sehen kann, liegt dieses 800 Seelen Dorf von der Größe einer kleinstadt.
Jeder mag die Natur hier. Doch wer einmal 100m hinter den nächsten Haselhein geht, sieht welche Geschichte dieses Panorama hat. Die Landschaft hier ist sehr zerschnitten. Es ist regelrecht ekelhaft zu sehen wie ausgeräumt hier alles trotz sehr kleingliedriger Landschaft ist. Mir tut das jedes Mal weh. Der Ort liegt zwischen zwei Bergkämmen. Also in einem lang gezogenen Tal, dessen rechte seite sehrbewaldet und dessen linke seite fast bis zur Kuppe gerodet ist. Stehst du unten im Tal sieht manches sehr schön und gerade jetzt sehr herbstlich aus. Wenn man sich aber diese Dinge genauer ansiht, dann merkt man schnell, dass derHerbst-Laub-Wald eine Herbst-hasel-heide ist, und das der schöne Velebit-Wald (rechte Talseite) einer alten Nutzungsform, des Kopfschlags unterlegen ist. Man findet also nur ganz viele dünne Stämmchen und nicht wie im schönen Eberswalde einen Buchen-Hallen-Wald. Komisch ernüchternd ist es auch, wenn man die Waldlichtung als ehemalige Ackerfläche enttarnt und zudem noch ein Autovrag in der Feuchtsenke findet. Da darf man dann gar nicht drüber nachdenken, und schnell noch einen Schnaps..

Ich muss heute noch Backen. Wir bekommen morgen Besuch/Verstärkung und da brauchen wir sicher massig brot. Und mal sehen vll mach ich ja jetzt doch noch das Regal hier fertig.

Im Großen und Ganzen habe ich mir ein sehr detailiertes Bild von dem "Naturschutz"-Projekt Ursorum Kuterevo machen können. Und weil ich aber eh noch einen Bericht schreiben darf/muss, den ich eh veröffentliche, hör ich hier mal auf darüber zu reden.

Rein geistig ist es hier wies Wetter. stark wechselhaft und manchmal einfach zu grau. Aber morgen gibts ja frische Klamotten.

liebe Grüße aus dem Hrvatska Velebit
Johan

Samstag, September 13, 2008

Und es regnet...

Nass bis auf die Haut, so stand sie da ...

Seit 5 oder 7 Stunden muss es schon regnen. Endlich, denn die Trockenheit dauert hier schon seit 9 Wochen an. Der Boden ist nur Staub. Und weils draußen dazu noch fieß kalt is, bleiben wir heute drinnen. Zudem ist Samstag und unser erstes Wochenende.

Gefrühstückt haben wir heute nicht wie sonst. Es sind 2 Frauen gekommen gestern nacht. Die eine sei wohl im Generellen zuständig für den Volunteerbetrieb. Seltsame Personen, definitiv. )(ICh habe keine Lust mich mit ihnen zu unterhalten. Sie werken beide um die dreißig und scheinen mit #Naturschutz nicht viel am Hut zu haben. Es ist halt komisch wenn man besonders darauf achtet, so wenig wie möglich Strom und Wasser zu verbrauchen und auf einmal brennt überall licht.

Jetzt machen Sie Apfelstrudel, aber wohl mit Eiern. Schade. Johan sei nicht immer so voreingenommen. Es fällt mir halt schwehr möglichst positiv an sachen ran zu gehen. ICh bin ebend noch kein Tom Bombadil. Schade, aber ich gebe mir mühe.

Ich mach mir mal noch eine kanne mit schwarztee. Obwohl ich eigentlich einschlafen will.

Dienstag, September 09, 2008

Tag3 bis 8

Nun, ich beginne mit dem Ausführlichen Teil..
Nachdem ich mit Lisa einen Tag in Leipzig zubrachte bin ich mit ihr kurzentschlossen nach Lößnitz gefahren. Dort wohnt ihr Väterchen. Es war eine sehr schöne Zeit mit ihr. Wir wanderten des nächsten Tags auf einen "Berg", auf dem man, was wohl sonst eher unüblich sei, Felsen sehen konnte. Unterwegs haben wir Pilze gesammelt und die dann auch auf der Spitze zu einem leckeren Eintopf gekocht. Ich war im Bach "baden". Also meine Füße und mein Kopf waren drin. Lange habe ich da am Rande des Baches gesessen und mich gefragt, warum ich da nicht nei wollte. Denn mit gleicher Kraft forderte es mich in sich hinein. Seltsam sag ich mir. Aber dann hab ichs ja doch getan und wir sind danach bafußens weiter gelaufen. Sehr sehr schön. Ich habe zum ersten mal gesehen, wie so eine Kartoffelerntemaschiene ausschaut. Die Lisa war gut enttäuscht oder verwirrt oder beides, als sie gemerkt hat, das ich ein kleiner Dieb bin, weil ich mir das essen am Wegesrand zusammenstebiezte. Sicher-> hauptsächlich nur so Äpfel und Hagebutten, aber ich meinte, wenns mich hungert würde ich ohne zu zögern auch in die Gärten. Da ham wa uns lange angeschwiegen. Sie versteht das nicht. Si versteht auch nicht, wie ich so mein Leben leben konnte, mit al den kleinen kostbaren Lieberein, von denen es heute in meinem Leben eine mehr gibt.
Des nächsten Tags, es war wohl Samstag, fuhr ich gen München. Wir sagten einander Auf wiedersehen und wieder schwang dieses Gefühl mit. Dieses ahnende, ich komme nicht wieder. Seltsam ists und ich bins nicht losgeworden. Was es nur bedeuten mag? Ich werds schon sehen.

In München werde ich bis vor die Haustür gebracht. Sehr schöne Sache. Hatte eine sehr angenehme aber dennoch stressige Reise. Ich habe eine Frau getroffen, die stark gläubig ist, und wir haben viel über die Sonderheiten des Schicksals geredet und uns einander Mut und Zufersicht gemacht. Ihr Mann starb vor kurzem und sie kam gerade von seiner Beerdigung. Seltsame begegnung, aber sehr voll wunder und glanz.
In München angekommen musste ich feststellen, das ich so früh doch noch gar net erwartet ward. Seltsamer weise habe ich mich bis zum Abend zurück gewünscht. Die Zweisamkeit mit Lisa ward mir so viel mehr wert, als das schicke München, als die oberflächlichen Gespräche zum Bierzelt, zum Backstage. Dumm nur, das sich diese auch nacher weiter fort setzten.
Doch Wie ich so mit der Sylvia und ihren Freunden am Tische zu gange war, kamen noch zwei Leute. Sie hat dem Andi dann später gesagt es seien wohl tussen gewesen, fand ich aber nicht. Blöd das es für Sie so dumm gelaufen is und das ich mich nicht meldete. So kam es aber so, das ich mit der einen (ich habe ständig ihren Namen vergessen) in ein Gespräch über Schizophrenie geriet. Wir verstanden einander sehr gut. Irgendwann wollte ihre betrunkene Freundin heim. Wie hätts auch anders kommen sollen, ging ich doch tatsächlich mit ihnen. Aus einer anderen Sicht könnte man meinen ich hätte mich von so einer Tusse abschleppen lassen. Komisch, das ich genau daran immer denken muss. Aber selbst wenn man das nun unbedingt auf teufel komm raus so sehen will, finde ich es nicht schlimm, denn die folgende Nacht war so sehr schön und wunderbar, als wollte mir das Leben noch eine Süßigkeit bereiten, bevor ich den langen Weg antreten würde.
Fakt aber ist, das wir zu ihr heim sind und noch bis zum Morgengrauen geredet hatten. Unweigerlich endete dann unsere Gesprächigkeit in Zärtlichkeiten und Liebkosungen.
Schön, das wir nicht bis zum äußersten gegangen sind, sondern uns mit unserem dasein für einander genüge sein konnten. Des nachts bin ich mit ihr ein zwei mal aufgewacht und wer hätte es gedacht, wir fanden eine Fortsetzung und schliefen wieder umarmt ein.
Nun, die Fremde hatte sich bis zum Frühstück doch zwischen uns geschoben. Und vieleicht war sie ja doch die eine, die nur das eine wollte, doch nicht die die nur das eine kann, denn sie hat charakter. Ihres Zeichens Erzieherin und arbeitet mit Behinderten menschen zusammen. Und noch einmal zeigte sich mir, wie verrückt normal ist und wie normal es ist verrückt zu sein.
Ich solle ihr doch bitte eine Postkarte schicken. ANdreas meinte gleich, dass es diese Straße überhaupt nicht geben könne, so dämlich hörte sie sich an. Ich kam mir super dumm vor. Aber mal ehrlich. nichts desto trotz waren es sehr schöne Stunden und nur das zählt.
Blöd nur, das sich des Abends, als ich wieder zur Sylvia ging alle schon sorgten. Und dennoch tut es mir nicht leid. Ich spürte wie Frei ich bin, wie es meine Sache ist zu leben und einfach da zu sein wo ich gerade war. Die Heimlichkeit kam mir vie ein Sarg mit kissen vor.
Des Montags also sind wir losgefahren. Natürlich hoffte ich sie noch einmal am Bhf zu treffen, und ich werde hoffen sie im November zu sehen undich werde wohl vergebens hoffen, doch das ist nicht so schlimm - nciht so wichtig.
Wir fahren mit dem Zug nach Sagreb. Erst im Zug stellt sich heraus, das meine annahme, das wir schon Montag in kuterevo ankämen eine Fehlinformation war. Wir wurden Am Bhf von einer (rel) jungen Frau abgeholt, die uns zu ihrer NGO brachte. Dort fände gerade ein Meeting statt, bei welchem auch eine Deutsche sei, die uns am nächsten Morgen zum Bus brächte und uns derweil bei sich übernachten ließe.
So kam es, das wir bei Friends of the Earth-Croatia zu gast waren. Die Wohnung war dann auch nicht ihre, denn sie war auch nur zu besuch dort. Wir hatten dann die Wahl. Entweder Küche oder Dach. Natürlich haben wir auf dem Dach geschlafen. Eine schöne klare Nacht auf den Dächern von einer sehr schönen alten Stadt. Absolut sehenswert glaub ich. Dumm nur, das wir sie nur des Nachts haben sehen können.
Ach und Cathrin, an die ich wegen der Adresse immer denken musste: Ich ging kurz onlin im Büro der FOTE-C und checkte die Adresse. Ich wollte nicht mit solch einer Ungewissheuit meine nächsten Wochen und Monatre bestreiten. Aber siehe da, es war die rechte adresse. Es gibt sie also wirklich.

Heute sind wir gegen 13 uhr angekommen. Ivan, der sich auch noch 2-3 andere namen hat geben lassen, holte uns vom Busbhf in Otocac ab. Wir machten einige einkäufe, da wir glaubten, uns gänzlich aus leerer Hand hätten hier versorgen müssen. Als wir dann nach eineigen Botenfahrten hier ankamen, zeigte sich aber, dass hier genug zu essen wart und das wir nun wohl keinen Hunger leiden müssten.
Ivan ließ uns viel zeit um anzukommen und ich hoffe, wir werden diesen Tag nicht missen müssen. Es ist hier mittags für meine befindlichkeit sehr, ja zu warm. Aber nachts wirds krass kalt und nass.
Lanus wissen warum: Karstgebiet!

Jetzt aber möchte ich hier Schluss machen, den meine Augen tun schon weh und andreas ist ebend zur toilette losgezogen (Frei-Arsch-Klo)

And den Guten Steffel noch ein paar worte: Es tut mir leid, dass gerade unsere Verabschiedung sich so hat verlaufen müssen. Ich habe schon oft an dich denken müssen und wer weiß, wenn ich heim Fahr, vieleicht findet sich ja eine Zeit für uns.

Wann ich das nächste mal Schreiben werde, weiß ich noch nicht. Die Verbindung hier is mieß und der Rechner kämpft mizt wackeren 512 MH oder so.Ich kann noch nicht mal den Text sehen, wenn ich ihn eingetippt habe. Der verzögert sich da immer..
aber egal.

liebe Grüße
Johan

Mittwoch, September 03, 2008

Leipzig

Tag eins.
ICh fahre früh los komme noch vor 10 in Michendorf an. Habe unterwegs noch ein stück Seife gekauft um in Michendorf noch mal duschern zu gehen, aber erstmal wollte ich die Lage überblicken. Na und promt nimmt mich einer mit bis ins Zentrum dieser schönen Stadt. Ich fühle mich seltsam heimisch. ICh erkenne so vieles wieder und vieles ist mir so vertraut. Der Gothikladen mit den schwarzen Kerzen ist übrigens umgezogen. Und das Killywilly gibts noch immer.
Ich habe nicht viel Zeit zum Schreiben. Es geht mir gut. Das ist das wichtigste. Und ich denke noch oft an all die Verabschiedungen, die nun hinter mir liegen. Heute, ist Mittwoch. Noch 5 Tage.

Ich schau mmich jetzt in der Stadt um und werde meine Ausrüstung klompletisieren.
Bis bald
Joahn

Freitag, August 08, 2008

Über die zwingende Notwendigkeit eines ökologischen Weltbildes

(Belegarbeit im Modul "Umweltkommunikation, Ökopsychologie und Ethik")

Immer wieder muss ich feststellen, dass meine einleuchtenden Argumente für die Notwendigkeit eines „ökologischen“ Weltbildes ihre Wirkung verfehlen. Heute frage ich mich zunächst, was sich hinter einem/meinem(?) ökologischem Weltbild verbirgt. Ein Weltbild ist das Bild, das man sich von Wesen und Funktion der Welt macht. Ein ökologisches Weltbild, wie ich es verstehe, muss von Ganzheitlichkeit geprägt sein und dabei die Profitorientierung / Individualprofitmaximierung dualistischer Weltbilder gegen eine nachhaltige, ökologische, Kreislaufwirtschaft zum Wohl aller Menschen und der sie erhaltenden Um-welt ersetzen.
Was unserem herkömmlichen, dualistischen Weltbild durch Technisierung und „Naturentfremdung“ (durch Religion u. Wissenschaft) fehlt, ist das Verstehen von Ganzheiten. Wir selbst sind ein ganzheitliches System aus Subsystemen und Geschichte. Betrachten wir uns im Makrokosmos bilden wir doch nur ein kleines Subsystem im System „Erde“. Dieses stufenlose Verstehen von Wechselwirkungen eines Teils auf (alle) andere(n) Teile scheint uns heute nicht (mehr?) bewusst zu sein oder wir ignorieren es mit Bravur.
Das Modell eines Faktorennetzes spiegelt diese Wechselbeziehungen am ehesten wieder. Dabei stehen viele Knotenpunkte in mittelbarer oder unmittelbarer Verbindung zu den Anderen. Aus dieser Sicht wird klar, dass die Bezeichnung „UMwelt“ nicht zutrifft. Weil wir einen Knoten im System bilden, leben wir in einer MITwelt. Wir Beeinflussen unzählige wenn nicht alle Faktoren außerhalb genau so, wie diese in uns wirken. Wenn wir das überprüfen wollten, so müssten wir den Menschen nur seiner „Umwelt“ entziehen und, siehe da, er würde sterben.

Eine weitere Facette dieser Ganzheiten ist die Eigenschaft Leben. Aus dualistischer Weltanschauung funktioniert alles durch seine bloße Aneinanderreihung. Wir erforschen Regelkreisläufe von Organen, Organismen und globalen Phänomenen bis ins kleinste Detail. Aber durch die Aneinanderreihung von Teilen, die wir als funktionsnotwendig erkannt haben, schaffen wir es nicht, Dinge zum Leben zu bringen. Wir können Bäume zerlegen, werden es aber nicht schaffen ihn wie unserer Festplatten wieder her zu stellen.
Dennoch halte ich Wissen über die Funktion / Auswirkungen unseres Handelns für ein ökologisches Weltbild für notwendig. Denn wir scheinen unser System Erde im besonderen Maße zu beeinflussen, ohne dabei die Folgen gewollt oder vorhergesehen zu haben.
Aus dem Wissen über unsere „Funktion“ im begrenzten System Erde ergibt sich die Frage nach den „Grenzen des Wachstums“. Wo liegen die Grenzen der Belastbarkeit, bzw. was kann das System Erde mit all seinen Subsystemen in sich kompensieren / regenerieren. Es ist wohl einleuchtend, dass Rohstoffe, wie Kohle, Öl oder Uran begrenzt sind, wenn wir es nicht schaffen, nach ihrer Nutzung eben jene wieder herzustellen. Worauf ich hinaus möchte, ist die Notwendigkeit von Kreislaufwirtschaften. Eine Profitmaximierung durch das alleinige Verbrauchen von Dingen schafft Reststoffe; schafft Abfall und ist ein Spiel auf Zeit. Abfallstoffe werden nicht oder in zu geringer Geschwindigkeit von anderen Subsystemen abgebaut. Ziel aus ökologischer Sicht ist es also seine Profitorientierung besonders im Hinblick auf Lebenserhaltung (i. S. v. Abfallwirtschaft / Schadstoffen / CO2-Produktion / etc.) zu gestalten.
Dies halte ich für das wichtigste Argument, welches wir haben. Die Einsicht in die Sackgasse „wir verbrauchen ohne Rücksicht und ohne Weitsicht“. Immerhin verspricht eine Kreislaufwirtschaft auf lange Sicht größere Stabilität und somit höhere „Gewinne“.
Doch kann eine solche Erkenntnis zu einem ökologisch wertvollerem Handeln führen?

Wenn man die zeitliche Entwicklung meines inneren Verständnisses (von der Welt als System mit Subsystemen) berücksichtigt, dann scheint es schwierig innerhalb von 1, 2 Gesprächen jemanden von diesem Bild so zu überzeugen, dass er es für sich übernimmt. Denn selbst wenn meine Argumentationen schlüssig und für den anderen logisch sind, reicht das scheinbar nicht aus ihn von einer Sache zu überzeugen und / oder ihn zu einem neuen Handeln zu bringen.
Bezogen auf einen einfacheren Sachverhalt wie Massenproduktion von Fleisch lässt sich ohne große Mühe die Qualität / die Brisanz der „Herstellung“ ohne weiteres schildern. Dabei werden Gefühle von / wie Ekel erzeugt. So ist der Film „Unser täglich Brot“ für viele der schlimmste Horrorfilm, den sie je gesehen haben. Und sie wissen, dass es sich um die Frikadelle in ihrem Kühlschrank handelt, zu der sie jede Beziehung verloren zu haben scheinen. Aber dennoch schaffen es Verdrängungsmechanismen (o. Ä.) sich am nächsten Tag eine Currywurst zu bestellen.
Doch es sind ja nicht die Bilder von Horrorszenarien, die mich ökologisch Handeln lassen, sondern eine Wertschätzung meines „Gegenübers“: Natur.

Um meinen Gesprächspartner von der Notwendigkeit dieser Weltanschauung zu überzeugen müssen im Wesentlichen 2 Dinge diskutiert werden. Grundlage bildet in meinen Augen ein rationales Verstehen von (den) Zusammenhängen und Wechselwirkungen. Ich halte es zwar für möglich mit einem Naturverständnis aufzuwachsen, durch welches ich von vornherein ökologisch „korrekt“ handle, doch in unserer westlich-technisierten Welt würde selbst solch ein konstruierter Einzelfall im Chaos von Supermarkt und Rentenversicherung nicht überleben können. Ich versuche also nun einen solchen „Industrie-Kapital-Menschen“ zu überzeugen, mit welchen wir es statistisch häufiger zu tun hätten. Und dieser braucht – wenn nicht bereits vorhanden – Informationen über seine Auswirkungen seines Lebens, seines Konsums etc..
Zu letzt muss aus dem Verstehen ein einsichtiges Handeln hervorgehen. Informieren heißt ja schon jemanden in die gewünschte Form bringen. Doch reines Wissen schafft es meist nicht jemanden zum „Ökoengel“ zu bekehren.

Der Mensch ist in der Lage seine Umgebung, seinen lebensnotwendigen Kontext zu verstehen und zu schätzen. Wenn wir uns als Teil eines Evolutionsprozesses betrachten, und alle Lebewesen um uns auf gleiche Weise, dann heißt das, dass viele, wenn nicht alle aut-, dem- und synökologischen Betrachtungen in gewisser Weise auch für uns gelten. So, wie viele Faktoren eine Population, eine Art oder ein Individuum beeinflussen, werden auch wir als Art Mensch, als menschliche Individuen von unseren uns umgebenen Faktoren beeinflusst. Ebenso beeinflussen wir unsere Umwelt. Es ergibt sich daraus jene Mitwelt in der wir stecken und die angesprochene Unmöglichkeit einer Umwelt.
Für jene Menschen, die dieser Logik zugeneigt sind, beginnt hier das „sich mit in die Welt hinein nehmens“. Denn betrachten wir uns als aktiv teilnehmende Wesen in einem System, dann ist klar, dass Auswirkungen auf uns zurück wirken werden. Demnach haben wir die Wahl, ob wir unsere erkannten Handlungen weiterführen wollen oder sie zu unseren, langfristigen Gunsten modifizieren.
Das klingt nun alles doch recht theoretisch und wissenschaftlich. Eine Sache bleibt nach wie vor ungeklärt: Was ist die treibende Kraft des Lebens – das Phänomen der Emergenz. Wir sind allesamt mehr als nur die Summe unserer Einzelteile. Dabei ist es meiner Meinung nach nicht wichtig zu wissen was die Urmutter genau ist. Reicht es nicht, zu spüren, dass dort etwas ist, was wir Leben, Urkraft, Seele oder Gott nennen können?
Jeder Mensch hat potenziell die Fähigkeit ein ökologisches Weltbild zu entwickeln. Wir sind alle aus dem Hervorgegangen was die „Industriellen“ Umwelt nennen. Wir bestehen aus dem Kohlenstoff, der von Pflanzen gebunden und von Tieren in Fleisch umgewandelt wurde. Und wir alle sind durch Energie entstanden, die zuvor manch andere Organismen / Orte durchquert hat. Ob aber die Fähigkeit auch wirklich ausgeprägt wird, bleibt eine Frage der Individualentwicklung. Wächst ein Mensch „mit der Natur“ auf, kann es sie leichter und besser verstehen und weiß sie zu schätzen. Ob einem erwachsenen Menschen mit einem in der Kindheit wenig „benutzten“, linken, emotionalen Hirnhemisphäre noch zu helfen ist? Ich denke schon, nur brauch dieser viel mehr Zeit und viel mehr Eindrücke / Erfahrungen um ein Gespür für seine Mitwelt zu bekommen und damit seine alten Sichtweisen zu verändern.

So sind es im Endeffekt Geduld, Wissensvermittlung und Erfahrungen, die einen Menschen mit einem Weltbild „ausstatten“ und durch die wir es schaffen können Menschen in das System Terra / Gaya eintauchen zu lassen. Den Weg zum „richtigen“ Weltbild wird der einzelne dann wohl aber doch selbst finden müssen.

Samstag, Juni 07, 2008

nach hier die Sinnflut

Ich bin am Ende von DNDs Party. lauter fertige Kunden. und da habe ich folgendes geshrieben:

Was kommt ist das, was kommen muss. Ein kühler frischer Morgen bringt Klarheit. Was komt ist die Aussiebung ist die Frage, wer da bleibt.

Um mich habe ich heut' nacht
ein zentner Clowns leis umgebracht.
Ihnen ins Gesicht gespuckt.
Sie haben sich an sich verschluckt.
Es blieb das Innere, das kranpfend zuckt.

Ich sah ihre Masken, ihren Freudenball.
sah arme, leer-hole Kinder überall.
Nun mag er komm', der jüngste Tag.
Wird zeigen, wer noch bei mir gehen mag.

Ich nehme dein Gesicht dir ab.
lege es ins tiefste Grab,
und sehe, wen ich um mich hab.

Bald schon, lieber, alter Freund,
wird mein Schiff dir keine Zukunft sein.
Denn bald färts dahin - mit Wahren allein.

Mit einem Wunderzirkuszelt
in dem des NAchts dein Schleier fällt
und ich schon weiß, was's auf sich hält.

Dienstag, Mai 27, 2008

Problemfindung

Junge, was ist dein Problem?

Und wenn ich anfange die Probleme die mich in diesen Tagen beschäftigen zu theamtisieren, dann komme ich nich weit.
Ein Beispiel gefällig?
Nungut. Warum habe ich son verzweifelte gefühl was gewisse Frauen meines Umfeldes angeht? Weil ich gerne mit ihr näher kommen würde und warum will ich ihr nah sein? Damit ich nich mehr so fertig bin. Aber was ist denn das, wenn man nur dann gut drauf ist, wenn man jemanden hat? Das is doch schon schlimm. sicher is der Mensch ein gesellschaftstier, aber dennoch. Klakommen sollte jeder für sich. So und an dieser stelle ist mein Problem zwar wegrationalisiert, aber durch diese Erkenntnis werde ich nur noch fertiger. Denn es is Erbermlich so erbermlich zu sein, weil man jemanden Braucht um nicht mehr erbärmlich zu sein. Ich meine, derjenige ist nicht die Lösung, denn in dier steckt das Problem.

Vieleicht habe ich auch nur meine Midlifecrysis ...so mit 21.
naja ich meine , Hand aufs Herz. Das ist alles nichts wahres
Das ganze traurigsein führt doch zu nichts
oder? oder doch?

Man warum zum henker bin ich nur so fertig tagsüber?
Wieso weiß ich um die sinnlosigkeit der Täglich nahezu routiniert maschinell ablaufenden Handlungen meines Umfeldes. Das is doch bescheuert
und dient alles nur der Arterhaltung.

Ne wirklich. Wenn man zb daran denkt, dass Schauspieler so viele Sprachen beherschen, damit es die Filme in so vielen Ländern gibt, dann stellt man irgendwann fest, dass es nur andere Stimmen anderer Leute sind und man ist auf dem Boden der Tatsachen und schwups is der Zauber weg..

so gehts mir auch grad. Ich weiß um die tägliche Scheiße, um die gesellschaftliche, globale, soziale und familiäre und meine eigene.
Warum stehe ich so verdammt alleine da undfühl mich von allem gefickt und verarscht.
Scheiß welt - fui teufel! Rasiermesser ...

aber wies so is, es geht ja doch weiter
ich habe heute zum Beispiel 2,2 Liter getrunken und das ist mehr als doppelt so viel wie normalerweise

lG
Johan

Donnerstag, Mai 15, 2008

Bezug: Sinnverlust durch Sichtgewinn

Ich möchte an dieser Stelle auf einen Bitrag in der Rubrik "Mal eben' so" verweisen und eine Kurze Zusamenfassung dalegen, da mich dieser Gedankengang auch im Alltäglichen beschäftigen.

Es dreht sich um den Sinnverlust des hiesigen "nachhaltig und ökologisch bewussten Lebensstieles". Kurz und knapp:

Durch die Wiederfindung des Menschen in einem Netz aus Einzelelementen, die sich als Begriff im Wort "Natur" wiederfinden, erhält jede Tätigkeit des Menschen einen natürlichen Charakter und ist dementsprechend nicht als unnatürlich zu bezeichnen.

Ferner ändert sich dabei der Begriff "antropogen". Er wird aus der Stellung eines Antonyms zu 'natürlich' herabgehoben und findet sich als eine genauere Klassifizierung von Natürlichem wieder.

Der Schluss daraus ist, dass die Notwendigkeit von ökologisch-nachhaltigen-Handlungen aus der "Notwendigkeit" der Erhaltung von "Natürlichkeit" durch die Natürlichkeit der Eingriffe selbst aufgehoben ist.
Die Begründung einer dennoch vorhandenen Notwendigkeit zum "verantwortungsbewussten" Handeln kann ein Blick auf die antropogenen Wertvorstellungen im Sinne von Erhaltung geeigneten Lebensraumes bilden.
Der Mensch, so könnte es heißen, ist das einziges Wesen, welches versucht mit größtmöglicher Anstrengung und Erfolg seine Umwelt zu produzieren um sich selbst zu erhalten.
"Normaler" weise schafft die Umgebung doch den Lebensraum des Individuums. oder nicht?
Sicherlich schafft der Biber sein Gebiet auch selbst, kann dies aber auch nur im Rahmen der im umgebenen , landschaftlich gebundenener Rahmen.
Wo also liegt der "humane" Rahmen?
Kann es also sein, dass der Mensch, als ein Wesen, das enorme Einflüsse nehmen kann, einen weiten Rahmen hat, diesen aber bald erreicht und in dessem Fall der Population in einer vergleichbar großen Rückwirkung, entgegensteuert?

Die Ausmaße dieses "Knalls" will ich mir nicht vorstellen und hoffe: alles wird Gut

lG Johan

Sonntag, Mai 11, 2008

two blue lights

"when the bells ring twelve times in hell
the bells ring twelve times in this town as well"

Es ist komisch. Also sehr angenehm. War heute den ganzen Tag sehr entspannt. SIcher sicher. Ich habe nicht viel geschafft. Hab Wäsche aufgehangen 2 mal und mein Zimmer aufgeräumt. Hab meine Sachen genäht und mir sehr leckere Sachen gekocht.

Gestern gabs ordentlich was auf die Sinne. War auf einem Konzert von "Explosions in the sky" und hab das ganze Konzert durchgeträumt. Einfach nur schön. und ja sicher - der Kuchen, den ich davor gegessen habe, hat seie Wirkung nicht verfehlt. Bin dann mit zwei lieben Menschen noch 2, 3 Stunden durch Berlin getingelt. Alles sehr beeindruckend.

Aber Was ich sagen wollte, war, das ich noch nie so sehr lang entspannt war. Sicherlich strotze ich gerade nicht vor Euphorie. Aber sein wir doch mal ehrlich. was ist denn, wenn man sich gerade nicht über etwas freut oder über etwas weint? dann ist man doch - wie sagt man so schön - ausgeglichen. Habe heute wohl auch nur 10 Wörter gesagt. Man ein wunderschöner Tag, auch, wenn ich fast nur in meinem Zimmer war.

lG
Johan

Montag, Mai 05, 2008

Mai

"Ebend" aus dem Austsieg zurück eingestiegen. Oder Vielmehr: Bin vor 4 bis 14h wieder ausgestiegen aus einer Welt die mir wesentlich mehr geben kann, als das hier.
Ich habe also den Einstieg geschafft, und bin nun wieder ausgestigen.
Jednfalls war ich kanufahren für 3Tage und 2 Nächte. ca 60km gen Norden. Es war so schön einfach, einfach dazusein und nur die 4 Dinge im Kopf zu haben, die man im Kopf haben muss. Hunger, Klo, Schlafen, Essen, und ab und an mal das Paddel betätigen. Klingt alles wahnsinnig vereinfacht, aber im Grunde genommen habe ich an nicht viles Denken müsen und habe auch an nicht viel gedacht. Ich war, trotz Muskelkrämpfen, sehr entspannt. Und ich merke, wie die 3 Tage in meiner Erinnerung bereits nicht mehr zu finden sind. Sie scheinen zu fliehen. Scheinen wie die Ruhe und die Entspannung vor dem Lärm unserer Gesellschaft. Naja oder zumindest vor dem Lärm der Stadt.

Was also tun?
Versuchen Lärm und Stress aus dem Wege zu gehen, oder lernen die gestern noch von außen initiierte Ruhe aus sich selbst heraus zu projezieren?
Immerhin entsteht doch alles un uns selbst drinnen. Alles was scheinbar vo nausßen kommt - an uns herangetragen wird - ist doch nicht nur von uns inividuel wahrgenommen und interpretiert worden, sondern sogar nur dann für uns bedeutsam, wenn ein Andockpunkt bereits in uns ist. nur wenn mein Gegenüber ein eigenes Bild von einem Baum in sich bereits rägt, macht es Sinn mit ihm über einen Baum zu reden. Sonst fragt der sich doch, was ein Baum sei. Dann würde ich einen anderen "Zeichenvorrat" wählen und ihn mit anderen Formen versuchen klar zu machen, was ein Baum ist, und wie er aussieht.
Es geht um denVorrat an gemeinsamen Wissen, quasie. Nur wenn der andere ein Wisen über eine sache hat, zu dem mein Wissen, welches ich im erzähle, irgendwie in Beziehung gesetzt werden kann.
Ergo:
Wenn die Ruhe von außen in mich hineindringt, so ist es doch so, dass sie aus mir herauswirkt.
Ich werde als mal versuchen, die "Mensch-Naur-Kommunikation"(aus dem Unterricht) selbst zu initiieren um in mir diese Ruhe, diese Lebensmitte zu erzeugen.

liebe Grüße
Johan

Donnerstag, Mai 01, 2008

Zerträumt

"Wieder Träumte ich von dir"
Ah! und das schlimme daran ist, dass ales so war, wie es jetzt schon zu sein scheint.
Ich kann dir sagen! Bricht mein Herzl wennsie glückseelig sind? Ich fühl es so.

ABER
mal ohne Schwärmereien. Wenn mein Schiff - mal wieder - durch einen Sturm hindurch schaukelt, dann sei dem halt so. Das Mein Schicksal immer mit anderen Personen und meinem Erfühlen der Sitationen, und den dazugehörigen Träumen verwoben scheint, ist doch nicht fruchtbar.
Lehrte man mich letztens das "Ja Maj"(also nich der Monat, aber phonetisch so ähnlich) sagen und leben, so müsste ich auch jetzt wieder aufstehen und den Kram erkennen, abfallen und hinter mir lassen. Aber dann gibts nichts mehr zu träumen, denke ich dann. Doch auf der anderen Seite, was nützen dir Träume, wenn du schon mit Furcht dich in sie hinein begiebst.
Werde ic das schaffen? Schaffen, zu sagen, dass es OK ist, wie es kommt? Schaffe ich mich zu entspannn und daran zu glauben, dass, wenn ES nicht passiert, auch nicht so passieren soll?

Herr G**t! Wer bin ich denn nur. Immer wieder werfe ich mich zu Boden und winde mich wie ein armer Wurm durch immer die selben Bilder, Gedanken und Gefühle. Aus und Schluss damit.
Nur wie soll dies sein? Wie solls gehn?

Ich hoffe, dass die nächsten Tage Aufschlus bringen. und sich die Sonne zeigt.

Sonntag, April 27, 2008

heute ist Sonntag. Aber nicht irgend ein Sonntag.
Es ist der erste Sonntag nach meiner Buchveröffentlichung. Ich habe es fertiggeschreiben und damit die Geschichte von Johan von KOM besiegelt und bezeugt.

Und nun stehe ich hier. Inmitten arger Albträume. Mein Leben scheint erneut in den sich vor mir unendlich weit auftuenden Abgrund hinein zu steuern. Und wieder ist dort eine Person, die am Rande steht und die ich um Beistand bitte. Doch wieder ist es komplizierter als jeh zu vor.

Ist mein Herz erkrankt und gleichsam versucht ein zweites zögernd seinen ersten wurf. Den ersten seiner Liebeswürfe. Zwar schlägt es nicht und doch hofft es zu entzünden. Ich gönne es und doch versinke ich in Hass. Wer ist jene PErson um die sich zwei Falter drehen? Ist sie das schüchterne kleine Mädchen oder doch die Weisheit der Welt.

Und so bleibt nichts als zu warten und zu sehen. Und gleichsam den Stürmen der Schübe zu wiederstehen.

Mittwoch, März 26, 2008

Zeitmanagement

Ich habe derzeit zu wenig von ebend jener Köstlichkeit, um all das was ich erfahre niederzuschreiben und zu veröfentlichen.
Ich meine, ich bin schon sehr stolz auf mich, das der anti-sterni-beitrag drin ist.
Es fehlen aber noch eine Zusammenfassung zu Dr.Oetker, Unilever, Procter&Gamble und und und.

Die Palette ist so lang wie die Marken von Nestlé.

Auch literarisch tut sich einiges. Nur liegt es noch im argen und noch nicht auf dem Server.

man darf also gespannt sein.
Johan

Samstag, März 08, 2008

Blumentopf - Manfred Mustermann

(und bei youtube)

Mir war von Anfang an klar: Möchtest Du hier überleben
musst Du besser als der Rest sein; es kann nur einen geben.
Meine Chancen standen bei eins zu einer Million,
doch ich hab' an mich geglaubt und es hat sich gelohnt.
Jetzt hab ich lang genug gewartet, meine Zeit ist gekommen;
dieser Platz wird zum Gefängnis, ich befrei' mich davon,
ich spür' den Luftstrom beim ersten Atemzug in meiner Lunge,
hör' wie jemand sagt: "Glückwunsch, ein kerngesunder Junge!"
Die Wärme meiner Mutter wirkt beruhigend auf meine Nerven,
ich öffne meine Augen um 'nen Blick nach draußen zu werfen;
alles ist neu für mich, doch ich bin neugierig,
und ich greif' nach allem, was ich in die Fäuste krieg.
Hier gibt's so viel zu entdecken, zu tasten, riechen und schmecken.
Ist das weich? Was passiert, wenn man es runterwirft? Kann man das essen?
Mama schau, ich lauf', ich hab's schon bis zum Schrank geschafft!
Und Papa ist so stolz auf meinen ersten ganzen Satz.
Ich kann schon über die Tischkante gucken, Mensch, jetzt bin ich groß!
Nur dass Papa immer arbeiten gehen muss find' ich doof,
aber am Samstag füllt er das Planschbecken mit Wasser auf
und dann kommt Marie, das Mädchen aus dem Nachbarhaus,
wir spielen "Vater, Mutter, Kind", später werd' ich sie mal heiraten.
Zum Geburtstag will ich den großen Polizeiwagen.
Meine Mama sagt, ich soll die Zeit noch genießen,
bald musst Du zur Schule, dann ist es vorbei mit dem Spielen.

Ich hab 'ne Bande mit meinen Freunden und ich find Mädchen echt ätzend,
kauf' Panini-Bilder, doch bald sind sie verklebt und vergessen,
und mittlerweile muss ich literweise Clearasil zwecks Akne nehmen,
und es steigen Parties mit Schiebertanzen und Flaschendrehen.
" Mein Sohn, Du bist heute Abend wieder da Punkt zehn!"
Ja, mal sehen, wartet nicht auf mich, ihr könnt ruhig schlafen gehen.
Ehrlich, von meinen Eltern lass' ich mir nix mehr sagen,
genau wie von Lehrern, ey fuck, die woll'n sich alle eh nur wichtig machen.
Nach meinem Zeugnis fragt mich doch später keine Sau mehr,
Mann, ich hab'n Traum, ich geh nach Lanzarote und werd' Tauchlehrer.
Parties werden härter so wie die Alkoholika,
es sind Drogen da, und ich hab mein erstes Mal mit Monika.
Das ist ein großes Jahr und nichts wird mehr wie früher sein,
hab' ständig Liebeskummer und den lang ersehnten Führerschein.
Auch die Schule lass' ich halbwegs erfolgreich hinter mir,
aber Ausbildung? Nein danke, es ist das Leben das mich interessiert.

Ich wohn' jetzt in 'ner eigenen Wohnung und bin weg von zu Haus,
wohn' in 'nem Wohnblock in der Stadt und mach' das Beste daraus;
ich träum von 'nem großen Garten und 'ner Dachterrasse,
doch leider bin ich stets im Minus bei der Stadtsparkasse.
Keine Mama ist mehr da die mir mein Essen kocht
und wenn ich an die Schule denk', dann denk' ich bloß: Ach hätt' ich doch!
Ich find' keinen festen Job, les' in der Zeitung nur den Stellenmarkt,
und Moni zu verlassen, das war keine Heldentat,
und dann am selben Tag noch ins Bett mit Marie.
Wann ich das Inge erzähl? Na besser nie.
An der Bar 'n Bier bestellt, im Club am Klo 'n Näschen gezogen,
dann von den Bullen erwischt, die Taschen voller chemischer Drogen,
drum hab ich den Job verlor'n, der ganz in Ordnung war,
und wer zur Hölle erklärt mir bloß mein Steuerformular?
Ich sag, "Ich bin nicht wie die andern", und merk selbst, wie seltsam es klingt.
Hey kann es sein, dass ich im Club wirklich der Älteste bin?
Freunde überholen mich im Porsche auf der Autobahn,
meine Zukunft hat schon längst begonnen, verdammt, ich brauch 'n Plan!
Doch ich feier lieber Parties und hau mir die Birne weg,
und dann am Telefon Inges Vater, der Firmenchef,
redet irgendwas vom Geld verdienen bei ihm mit Internet,
weil er gern etwas solideres für seine Inge hätt'.
Nur wegen ihr macht er mir 'n paar Angebote,
gut, arbeite ich halt bei ihm und tauch' später auf Lanzarote.

Inge zeigt mir ihren positiven Schwangerschaftstest,
ich weiss zwar nicht so recht, doch lach' sie an und halt' sie ganz fest.
Inge wir heiraten, ich kann nicht neinsagen,
also Ringe kaufen, Aufgebot bestellen, Freunde plus Familien einladen.
Flitterwochen wie versprochen in Venedig,
kurz darauf im Sommer kommt das Baby unser Glück auf ewig.
David, vom Papa die Nase, Mama die Haare,
die strahlend blauen Augen von Opa, was für ein Knabe!
Das Leben macht Spaß und die Beförderung kommt,
der Mercedes ist schwarz, die Sekretärinnen blond,
und die Nachbarn sind neidisch auf 'ne Familie wie uns,
das Kind und wir sind gesund, und alle lieben den Jungen.
Wir ziehen um in das große Haus am Stadtrand,
das Inges Eltern gehört, wo wir alle endlich Platz ham.
David spielt im Garten, ich schau' vom Fenster aus mit Inge zu,
Die Ehe läuft harmonisch, ja fast so wie im Bilderbuch.

Neulich kam nach all den Jahren wieder 'ne Postkarte von Monika
aus Lanzarote, und sie schreibt, sie wohnt jetzt da.
Es ist doch komisch, ha? Man sitzt in seinem Mecedes,
rast an allem vorbei und merkt es erst dann wenn es zu spät ist.
Jetzt ist mein Leben doch schon aus mit sechsundvierzig.
Ist doch kein Wunder dass man dauernd deprimiert ist,
meine Frau meint, ich soll zum Therapeuten, doch ich brauch kein',
nicht so einen, mein Seelenklemptner bleibt 'n guter Rotwein.
Mit Inge läufts auch nicht mehr so wie in den besten Tagen,
denn seit den Wechseljahren ist sie kaum noch für Sex zu haben.
David bleibt meine einzige Motivation,
in dieses doofe Büro geh' ich doch bloß für meinen Sohn.
Wir tun doch alles für ihn, ham uns den Arsch aufgerissen,
und er hat den Tauchkurs schon nach vierzehn Tagen geschmissen.
Manchmal glaub' ich, wir lassen ihm zu viel Freiheit;
David, vergiss nicht, um zehn musst Du daheim sein!

Jetzt bin ich dreissig Jahre in der Firma und das feiern wir,
mein Chef überreicht mir 'ne Münze mit dem Firmenlogo eingraviert,
und bei den meisten zähl' ich hier bereits zum alten Eisen,
aber den Youngsters kann ich immer noch das Wasser reichen.
Ich werd' es allen zeigen, dass ich noch was beweg'
auch wenn sie meinen, meine Programmiersprachen sind nicht mehr up to date.
Na gut, ich hab vielleicht paar graue Haare,
doch das soll nicht heissen, dass ich nichts mehr an Energie und Power habe.
Nur die Familie macht mir grade bisschen Sorgen,
ich will, dass David studiert, nur daraus ist bisher noch nichts geworden.
Er sagt zu mir immer nur "Live your dreams!",
doch ohne Ausbildung wird das nicht geh'n, denn dann wird er mal nix verdienen.
Und Inge wird nicht grade attraktiver mit den Jahren
drum geh' ich aus und entdeck' den Reiz, für Liebe zu bezahlen.
Ich ruf' sie an, sage: "Schatz, heut' komm' ich später heim,
hab' da 'n Projekt, das muss bis morgen früh erledigt sein."
Und mit meinen Inlineskates halt' ich mich fit und gesund,
und auch wenn ich bald sechzig bin fühl ich mich immer noch jung,
doch dann kommt die Überraschung, David kriegt 'nen Sohn von seiner Mona,
den kleinen Lothar, verdammt, jetzt bin ich Opa.

Es hieß, ich sei ein Teil der Firma, daran ändert sich nichts,
denn in der Abteilung sei noch keiner länger als ich;
sie sagten, sie bräuchten wirklich mehr Männer wie mich,
dann ham sie mir die Hand gedrückt und mich in Rente geschickt.
Und jetzt sitzt auf meinem Stuhl ein andrer hinterm Schreibtisch
und ich lös' die Kreuzworträtsel in der Fernsehzeitschrift.
Denn ich langweil' mich so ohne Beruf
und bin nur glücklich wenn mich mal der kleine Lothar besucht.
Ja ich brauche was zu tun, und deshalb geh' ich in den Garten,
ich stutz' die Hecken, jäte Unkraut und mäh' den Rasen,
und im Winter sind wir wirklich niemals eingeschneit,
denn dann steh ich um sechs Uhr auf und räum' die Einfahrt frei.
Und auch wenn ich von meinen Freunden schon die Namen vergess'
und mein Mercedes eigentlich kaum noch die Garage verlässt,
weil immer wenn ich im Schritttempo durch die Straßen schleich
gleich alle hupen und brüllen, "Ey jetzt fahr' schon, Du Tattergreis!",
will ich kein Leben auf dem Abstellgleis, weil ich noch Power hab',
doch in letzter Zeit bin ich bei meinem Arzt ein Dauergast.
Denn laufend hab ich irgendwelche Wehwehchen,
und sind die einen vorbei, dann kommen die nächsten.
Meine Augen werden schlechter und mein Kopf wird kahl,
ich krieg 'ne dicke Brille und 'ne große Prostata;
ich bin so schwach, dass ich im Winter nicht mehr schneeräumen kann
und meine Hose fühlt sich oft wie'n feuchter Teebeutel an.

Ich hab mein Leben lang gebuckelt, und was hab ich davon?
'Ne Minirente und 'nen Sohn, der jedes Jahr einmal kommt,
und ich bin so froh, dass es Inge gibt,
denn ohne ihre Hilfe ging es nicht,
und wenn ich aufsteh' wird mir schwindelig.
Und deshalb lieg' ich eigentlich bloß noch in meinem Bett herum,
und statt "Auf Wiedersehen" hör' ich nur "Gute Besserung".
Inge sagt, ich werd schon wieder kerngesund
wenn ich nur immer brav meine Pillen nehm.
Doch ich kenn sie zu gut, und ich spür wenn sie lügt,
und ich fühl genau, dass alle wissen, was hier geschieht.
Ich hab kein' Bock mehr, die blöden Medikamente zu nehm',
seh zu den alten Photos rüber, die am Fensterbrett stehen.
Ich mit Inge frischverliebt am Markusplatz,
die Einschulung von David, das Bild von ihm zum Vatertag,
die Firmenurkunde, die ich zur Rente bekam,
und ich vorm Weihnachtsbaum mit meinem Enkel im Arm.
Vor meinen Augen zieht nochmal mein ganzes Leben vorbei,
ich wollte so vieles machen und hatte so wenig Zeit,
David lächelt mich an, Inge hält meine Hand,
und ich will nur noch schlafen - Mann bin ich müde, verdammt.